Schritt 1 in die Selbstständigkeit: Die Vorbereitung 

Die digitale Selbstständigkeit will – unabhängig von der Geschäftsidee, dem Startkapital oder deine aktuellen Lebenssituation – vor allem eins sein: Gut vorbereitet. Sich Hals über Kopf in die Unternehmensgründung zu stürzen und zu scheitern, wäre nicht nur mit finanziellem Risiko verbunden, sondern kann auch das Selbstbewusstsein kränken und die Psyche belasten. 

An diesem Punkt ist es wohl gleichzeitig wichtig zu betonen, dass selbst die perfekte Vorbereitung keinen Geschäftserfolg garantieren kann: Nur 78.5 % Prozent aller Entrepreneure sind im ersten Jahr mit ihrer Geschäftsidee erfolgreich. 

Aber nun zum positiven Teil dieses Beitrags! Zum Zeitpunkt meiner Unternehmensgründung hatte ich weder ein großes Startkapital, noch nennenswerte Berufserfahrung oder ausgezeichnetes akademisches Wissen – und verdiene heute (1 gutes Jahr später) zwar noch kein Vermögen, kann mich aber auf ein Einkommen verlassen, das mich nicht nur versorgt, sondern mit auch meinen außergewöhnlichen Lebensstil als Vollzeitreisende ermöglicht. Falls du selbst noch keine Geschäftsidee hast, kannst du gerne in meinem Beitrag 6 Realistische Jobs für Digitale Nomaden nachschauen – vielleicht ist da ja was für dich dabei!

Allerdings, hätte ich die Informationen dieses Artikels bereits vor der Gründung meines Unternehmens gehabt, wäre mir mit hoher Wahrscheinlichkeit jede Menge Stress und Zweifel erspart geblieben. 

Schritt 2 in die Selbstständigkeit: Von der Geschäftsidee zum Geschäftskonzept

Gute Ideen haben wir als kreative Köpfe alle zum Glück fast täglich. Die eigentliche Herausforderung bei der Unternehmensgründung ist das Filtern und Konkretisieren dieser Ideen. Die folgenden W-Fragen (und ihre Beantwortung in maximal 2 Sätzen) können dir bei der Erstellung eines erfolgreichen Geschäftsplanes helfen:

  • Was genau ist mein Produkt / meine Serviceleistung?
  • Wer profitiert davon?
  • Wie erreiche ich diese Zielgruppe am besten?
  • Welche Kosten entstehen für mein Unternehmen?
  • Wie viel ist mein potenzieller Kunde bereit zu zahlen?
  • Warum mein Produkt/ meine Serviceleistung (und nicht das/die eines Konkurrenten)?

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Schritt 3 in die Selbstständigkeit: Rückmeldung einholen

Nach der Konkretisierung eines übersichtlichen Geschäftsplans ist es an der Zeit, aus deinem Kokon zu klettern und dich harten Realitäten zu stellen – aber keine Angst, das ist nicht ganz so beängstigend, wie es sich anhört. Sich von der Familie, Professoren oder Freunden ein Feedback bezüglich des frisch gebackenen Geschäftsmodells geben zu lassen, ist fast ebenso wichtig wie das Konzept selbst.

Das unvoreingenommene Urteil eines Außenstehenden – und damit meine ich schlicht eine Person, die sich nicht in deinem Kopf befindet – kann oft besser nachvollziehen, ob eine Geschäftsidee schlüssig, aussagekräftig und vielversprechend ist. Außerdem kann der Kritiker oder die Kritikerin eventuelle Lücken im System (was fehlt noch?) aufdecken, wertvolle Zusatzinformationen oder ggf. sogar eigene Erfahrung mit der Unternehmensführung einbringen.

Wen du dir zur Beurteilung deines Geschäftsplanes hinzuziehst, bleibt letztlich natürlich dir überlassen, aber stelle vor allem sicher, das die Person in der Lage ist, konstruktive Kritik zu üben und dir weder Honig um den Mund schmiert, noch deine Idee in Fetzen zerreisst.

Dir fällt keine passende Person ein? Ich schaue mir deinen Geschäftsplan gerne an und gebe dir ein paar Zeilen Rückmeldung. Teile mir dazu einfach deine E-mail Adresse mit und fülle meine vorgefertigte Geschäftsplan-Vorlage aus!

Schritt 4 in die Selbstständigkeit: Der Gang zu den Behörden

Bevor du dich auf den Weg zum Amt machst, solltest du dir zunächst im klaren darüber sein, welche Art von Unternehmen du eigentlich anmelden möchtest. In meinem Beitrag Die besten Rechtsformen für Entrepreneure findest du alle Infos zur Wahl der richtigen Geschäftsform.

Außerdem kann es sinnvoll sein, dich im Voraus auf einen Namen und die genaue Bezeichnung deines Unternehmens festzulegen, zum Beispiel: Winters Marketing – Social Media Inhalte & Management. Nicht immer ist die Angabe eines Firmennamens notwendig, aber im Zuge des effektiven Brandings deines Unternehmens, ist ein catchiger Unternehmensname ausschlaggebend.

Für die Registrierung deines Unternehmens benötigst du in der Regel außerdem ein Ausweisdokument, eine Kopie der Geburtsurkunde sowie die von den Behörden festgelegte Registrierungs- oder Gewerbegebühr. Letzte variiert je nach Rechtsform des Unternehmens.

digitale selbstständigkeit

Schritt 5 in die Selbstständigkeit: Aufbau eines (Online-) Portfolios

Der Schritt, der im Vorfeld oder im Laufe einer Unternehmensgründung mit Abstand die meiste Zeit in Anspruch nehmen sollte, ist der Aufbau eines (hoffentlich glorreichen!) digitalen Portfolios. Dazu gehört ein Lebenslauf, Referenzen, Beispielarbeiten sowie – im digitalen Zeitalter fast unentbehrlich – eine Social Media Präsenz.

Der Lebenslauf

Der tabellarische Lebenslauf kann im klassischen Stil so verfasst werden, wie wir es bereits in der Schule lernen: Persönliche Daten, Ausbildung, Berufserfahrung, besondere Kenntnisse und Sprachen, Referenzen. Nützlich ist ein übersichtlich gestalteter Lebenslauf vor allem in der Anfangsphase nach deiner Unternehmensgründung, denn für die Akquise neuer Kunden wirst du zum Teil den klassischen Bewerbungsweg gehen müssen.

Referenzen

Wer nach der Uni in die Selbstständigkeit geht oder aus anderen Gründen noch nicht besonders viel Berufserfahrung gesammelt hat, der kann als Referenzen auch Freunde und Familie bitten, ein paar Worte zu verfassen. Wichtig ist, dass die Referenz nicht davon schwärmt, wie toll du zuhören, Fußball spielen oder deiner Schwester die Nägel lackieren kannst, sondern subjektiv beurteilt, welche Einstellung du zum Arbeiten hast, ob du organisiert, pünktlich und zuverlässig bist. Je mehr geschäftstaugliche Fähigkeiten dir von deinen Referenzen auf glaubwürdige Weise zugesprochen werden, desto besser.

Nach der Anfangsphase kannst und solltest du diese Referenzen durch erste Bewertungen von Kunden oder Auftraggebern ersetzen.

Kleiner Tipp: Es kann sich gerade als angehender Entrepreneur mit wenig Erfahrung auch anbieten, den einen oder anderen kleinen Auftrag (z.B. das Schreiben eines Blogbeitrags) kostenfrei und gegen eine professionelle Empfehlung auszuführen!

Beispielarbeiten

Ähnlich wie Referenzen sind Beispiele deiner Arbeit absolut hinreichend für die Gewinnung neuer Kunden – leider sind diese am Anfang aber auch ebenso schwer zu demonstrieren, denn als einsteigender Unternehmer hat man natürlich meistens noch keine Projekte vorzuweisen. Zum Glück ist auch für diesen Teil deines Online Portfolios Improvisieren und Kreativität erlaubt.

Spielst du beispielsweise mit dem Gedanken, dich als Social Media Manager selbstständig zu machen? Verweise potenzielle Auftraggeber auf deinen persönlichen Instagram Account, auf dem du seit Jahren fleißig Content generierst – Jede Referenz ist besser als keine!

Social Media Präsenz

Da wir schon beim Thema sind: Lass uns über die berühmt berüchtigte Social Media reden. Dein 70-jähriger Uniprofessior oder deine Eltern mögen die wichtige Rolle von Social Media für Unternehmen vielleicht noch abzustreiten versuchen, aber zum Glück muss ich dich vermutlich nicht davon überzeugen, dass auf Facebook und Co. die meisten Geschäfte abgeschlossen oder zumindest in die Wege geleitet werden.

Wenn die Social Media Präsenz deines jungen Unternehmens eines sein sollte, dann ist das sauber. Lasse dich nicht in unprofessionellen Situationen markieren und stelle sicher, das die Businessinformationen auf deinen Profilen wahrheitsgemäß und vollständig angegeben sind.

Follower und Engagement zu kaufen und somit einen falschen Social Media Auftritt für dein Unternehmen aufzubauen, mag zwar auf den ersten Blick attraktiv erscheinen, ist aber meiner Erfahrung nach eine Sackgasse. Falsche Zahlen können heute mit Hilfe entsprechender Tools identifiziert werden und können dem Ruf deines Unternehmens im Zweifelsfall immens schaden.

Das Thema Social Media ist dir zu komplex oder zeitaufwändig? Natürlich kannst Du diesen Aufgabenteil der Unternehmensführung auch an einen Social Media Manager übergeben.

Schritt 6 in die Selbstständigkeit: Pflege und Ausbau deiner Netzwerke

Wer wachsen will, der muss über seinen Tellerrand schauen – das gilt vor allem für Unternehmer und Entrepreneure. Beziehungen zu brancheninternen Managern und Agenturen sind im Kampf um gut zahlende Kunden Gold wert und können dir gegenüber anderen Freiberuflern einen klaren Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Neben Facebook Gruppen habe ich besonders Barcamps und Konferenzen als effektive Form des Netzwerkens und der fachlichen Weiterbildung empfunden. Bei entsprechenden Networking Events geht es neben der direkten Empfehlung an große Firmen auch um den Austausch mit gleichgesinnten Einsteigern – der Online Markt ist schließlich groß genug und vielleicht wird die vermeintliche Konkurrenz ja eines Tages zum Geschäftspartner6

5 Schritte in die Selbstständigkeit – Und was nun?

Das war’s! Sind diese 6 Schritte getan, bist du zumindest theoretisch erst einmal bestens für deine Laufbahn als Unternehmer vorbereitet. Trotzdem heißt das natürlich nicht, dass du dich von nun an zurücklehnen kannst und die Kunden dir die Tür einrennen werden.

Vor allem bei den ersten Auftraggebern wirst du höchstwahrscheinlich mit der einen oder fachlichen oder technischen Herausforderung zutun haben und dir eventuell mit dem Berechnen von Preisen für deine Leistungen schwer tun. Aber keine Sorge, diese anfänglichen Unsicherheiten sind mehr als normal und gehören ebenso zur Selbstständigkeit, wie die flexiblen Arbeitszeit und das herrliche Gefühl, sein eigener Boss zu sein!

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